Tropfsteine, kühle Luft und warme Erinnerungen
Nach dem offiziellen Spitalradiotag vom Samstag war für die fünf Gäste vom Klinikfunk Bietigheim-Ludwigsburg am Sonntag noch nicht einfach Kofferpacken und Heimreise angesagt. Wer schon mehrere Stunden Fahrt auf sich nimmt, soll schliesslich nicht nur Luzern sehen, gut essen und Radioleute treffen, sondern auch noch ein kleines Abenteuer mit nach Hause nehmen. Und wenn dieses Abenteuer dann auch noch angenehme Höhlentemperaturen bietet, ist das an einem sonnigen und warmen Sonntag durchaus ein Argument.
Nach dem Frühstück im Hotel Thorenberg in Littau, wo Bettina, Ulrike, Roland, Carsten und Tim übernachtet hatten, ging es kurz nach 10 Uhr los. Das traditionsreiche Haus hat übrigens selbst eine spannende Geschichte: 1927 begann dort die Familien- und Firmengeschichte rund um den Thorenberg. Im kommenden Jahr darf das Hotel somit bereits seinen 100. Geburtstag feiern. Wer also am Frühstückstisch noch etwas müde war, konnte sich damit trösten: Im Vergleich zum Hotel war man selbst noch fast taufrisch.
Ein kleines Zusatzprogramm für weit gereiste Gäste
Micha von Spitalradio LuZ hatte für die Gäste aus Deutschland noch ein spezielles Sonntagsprogramm vorbereitet. Von Steinhausen im Kanton Zug aus ging es weiter nach Baar, genauer gesagt zu den Höllgrotten im Lorzentobel. Der Name klingt dramatisch, fast ein wenig nach Abenteuerfilm, aber keine Sorge: Es warteten weder feuerspeiende Drachen noch verschollene Moderatoren aus alten Sendearchiven. Stattdessen ging es in eine faszinierende unterirdische Welt aus Tropfsteinen, Formen, Farben und kühler Höhlenluft.
Die Höllgrotten gehören zu den besonderen Naturerlebnissen der Region Zug. Es handelt sich um ein System von Tropfsteinhöhlen, das mit Stalaktiten, Stalagmiten, kleinen Seen und eindrücklichen Felsformationen überrascht. Die Grotten sind elektrisch beleuchtet und können auf gut angelegten Wegen selbstständig besichtigt werden. Für den Rundgang wird ungefähr eine Dreiviertelstunde gerechnet.
Erst der Aufstieg, dann das Staunen
Bevor es allerdings in die kühle Unterwelt ging, wartete zuerst der Aufstieg vom Kassenhäuschen zum Höhleneingang. Dieser erwies sich als etwas anstrengender, als es einigen lieb war. Man könnte sagen: Der Weg zur Erfrischung führte zunächst über eine kleine Fitnesslektion. Gratis dazu gab es Sonne, etwas Pulsbeschleunigung und vermutlich den einen oder anderen Gedanken wie: «War die Höhle nicht eigentlich unter der Erde? Warum geht es dann zuerst bergauf?»
Doch die Mühe lohnte sich. Kaum im Innern der Tropfsteinhöhlen angekommen, wurde es angenehm kühl. Nach dem sonnigen und warmen Sonntag draussen fühlte sich die Höhlenluft fast wie eine natürliche Klimaanlage an. Eine Klimaanlage allerdings mit deutlich mehr Charakter, schöneren Formen und ohne Fernbedienung.
Der Rundgang machte sichtlich Freude. Überall gab es etwas zu entdecken: gewachsene Steinformen, märchenhafte Strukturen, kleine Seen und Farbspiele, die sich über lange Zeit gebildet haben. Die Höllgrotten zeigen eindrücklich, was die Natur zustande bringt, wenn man ihr genügend Zeit lässt. Und damit ist nicht gemeint: fünf Minuten länger als die geplante Abfahrt.
Ein unterirdisches Erlebnis mit bleibendem Eindruck
Für die Gäste aus Bietigheim-Ludwigsburg war der Besuch der Höllgrotten ein stimmungsvoller Abschluss ihres Wochenendes in der Schweiz. Nach dem lebhaften Spitalradiotag in Luzern, mit KKL-Führung, Kapellbrücke, City-Train, Apéro und vielen Begegnungen, bot der Sonntag einen schönen Kontrast: weniger Trubel, dafür mehr Natur, Staunen und gemeinsames Erleben.
Gerade diese Mischung machte das Wochenende besonders. Am Samstag standen Radio, Austausch und die Leuchtenstadt Luzern im Mittelpunkt. Am Sonntag ging es noch einmal hinaus, diesmal in eine ganz andere Welt. Von Mikrofonen zu Tropfsteinen, von Stadtlärm zu Höhlenstille, von Spitalradio-Geschichten zu Naturwundern im Lorzentobel.
Nach dem Rundgang wurde im Restaurant Höllgrotte noch ein Mittags-Apéro genommen. Gemeinsam wurde auf den Ausflug, das Wochenende und die schönen Begegnungen angestossen. Es war einer jener Momente, in denen man merkt: Solche Treffen leben nicht nur vom offiziellen Programm, sondern vor allem von den Gesprächen dazwischen, vom gemeinsamen Lachen und von Erinnerungen, die man nicht planen kann.
Abschied in Steinhausen
Um 13.30 Uhr hiess es dann in Steinhausen Abschied nehmen. Bettina, Ulrike, Roland, Carsten und Tim machten sich auf den Heimweg in Richtung Bietigheim-Ludwigsburg. Vor ihnen lag eine Fahrt von über dreieinhalb Stunden. Im Gepäck: viele Eindrücke aus Luzern, Begegnungen mit Radiofreundinnen und Radiofreunden aus der Schweiz, Bilder vom Spitalradiotag, Erinnerungen an die Höllgrotten und vermutlich auch die Erkenntnis, dass ein Schweizer Wochenendprogramm durchaus Höhenmeter enthalten kann.
Damit endete ein besonderes Wochenende rund um den Spitalradiotag 2026. Der offizielle Anlass vom Samstag hatte die Spitalradio-Familie zusammengebracht, der Sonntag schenkte den deutschen Gästen noch einen persönlichen und eindrücklichen Abschluss.
So bleibt nicht nur ein gut organisierter Spitalradiotag in Erinnerung, sondern auch ein kleiner Ausflug in die Zuger Unterwelt. Oder anders gesagt: Erst wurde in Luzern Radiofreude gefeiert, dann in Baar abgetaucht. Und beides hatte seinen ganz eigenen Klang.








