Henä – Robinson

KW 32 | 9. August - 15. August 2021
Foto: Henä - wart schnäu (www.andremaurer.ch)

Echt. Henä ist echt. Ein Beweis wäre nicht nötig. Aber weil das Leben seine Geschichten lieber selber schreibt, ist er nun da, dieser Beweis. Er heisst «Wart schnäu» und ist Henäs drittes Album. «Zyt isch e auti Maschine wo louft u louft louft», sangen die Mundart-Legenden von Züri West einst. Noch ist Henä keine dieser grossen Legenden, die das Bernbiet in den letzten 50 Jahren hervorgebracht hat. Aber mit seinem dritten Album «Wart schnäu» festigt der musikalische Spätzünder seinen Status in der Szene – weg vom Newcomer, dessen Umstieg von der Berufs- in die Musik-Welt bisweilen zurückhaltend beobachtet wurde, hin zur festen Grösse in einer Szene, die die so kreativ und mit viel Lust einen Weg sucht zwischen den alten Helden und neuer Gegenwart.

Wer in «Wart schnäu» Anklänge von Span, Peter Reber oder George hören will, der soll das bitte tun. Henä dürfte sich geehrt fühlen. Denn sein drittes Album war alles andere als ein Selbstläufer. Gut möglich, dass «Wart schnäu» gedanklich etwas tiefer geht, als die Vorgänger «Mängisch» und «Weniger isch meh» – auch wenn der Opener «Robin Hood» mit einem guten Hauch von positiv-subversiver Power loslegt oder «Robinson» so herrlich unbeschwert, wenn nicht gar leicht naiv, von der viel zitierten einsamen Insel träumt. Es sind Songs wie «Stärnechind», «Nöis Gleis» oder auch der Titelsong «Wart schnäu», die fühlen lassen, dass Henä viel Zeit zum Nachdenken in sein neues Projekt investiert hat.

Der stete Wandel in seinem musikalischen Umfeld ist eine der Konstanten in Henäs jüngerem musikalischem Schaffen. Das dürfte auch damit zu tun haben, dass Henä vieles kann und mag – aber sicher nicht Stillstand. Deshalb bleibt er nicht in altbekannten Mundartrock-Mustern haften. «Du hesch es Lache» oder «I singe jede Tag» etwa flirten keck mit Pop-Elementen aus den grossen 80er-Jahren – und zwar in einem Sound, den sich damals kein Schweizer Mundartrocker getraut hätte. Schon eher im Einklang mit klassischen Mundart-Klischees sind da «Zytlos», «Härz» oder «Jedi Füührwehr» zu sehen – ein Track, den Henä zum 150-Jahr-Jubiläum des Feuerwehrverbandes geschrieben hat.


Wir stellen wöchentlich neue Songs von Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz vor, die der Musikredaktion aufgefallen sind. Dabei liegt uns nicht nur die Förderung von bekannten Bands oder Interpreten am Herzen, sondern auch die Musik von noch unbekannten Musikerinnen und Musiker. Dabei setzen wir vorwiegend auf Mundart-Pop und -Rock und auf Mainstream. Weiter Schweizer Hits die auf Spitalradio LuZ gespielt werden, finden Sie HIER!

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