Halunke – Amore

KW 32 | 3. August - 9. August 2026
Foto: Halunke (Pressebild 2026)

Mit «Amore» liefern Halunke den passenden Soundtrack für jene warmen Sommernächte, die scheinbar kein Ende nehmen sollen. Bereits die erste Zeile «Azzurro-Pop us dr Boombox» beschreibt augenzwinkernd eine eigene musikalische Stilrichtung und eröffnet sofort eine farbenreiche südliche Bilderwelt. Organischer Mundart-Pop trifft auf einen treibenden Rhythmus, eine Gitarre mit deutlichen Anklängen an die grossen Filmmusiken von Ennio Morricone und einen Refrain, der sich vom persönlichen Liebesschwur zu einem euphorischen Ruf entwickelt. Das wiederholte «Amore, Amore» bleibt unmittelbar im Ohr und verleiht dem Lied die Leichtigkeit eines Sommerhits, ohne dass dabei die für Halunke typische emotionale Tiefe verloren geht. Die Single erschien am 31. Juli 2026 und setzt den Weg der Berner Mundartformation mit einer charmanten Mischung aus Herz, Witz und musikalischem Schabernack fort.

Inhaltlich erzählt «Amore» von einer Liebe, die sich irgendwo in einer lauen Nacht im Süden entfaltet. Die Grillen singen, die Sonne versinkt im Meer, Sand steckt noch in den Kleidern und zwischen einem Moretti aus der Dose und einem Bellini im Mondlicht versprechen sich zwei Menschen, für immer zusammenzubleiben. Gerade die kleinen und unspektakulären Augenblicke machen die geschilderte Romanze glaubwürdig. Es braucht weder einen Palazzo noch einen luxuriösen Apéro auf einem Fünfsternebalkon, denn entscheidend ist einzig die Nähe zwischen zwei Menschen. Die zentrale Zeile «Nume du und ig, öppis angers bruche mer nid» bringt diese Haltung auf den Punkt: Die Liebe benötigt keine grosse Kulisse, sondern nur den gemeinsamen Moment.

Trotz aller sommerlichen Leichtigkeit schwingt in «Amore» eine feine Melancholie mit. Der Sommer nähert sich seinem Ende, und damit wächst das Bewusstsein, dass sich ein bestimmter Augenblick niemals genau wiederholen lässt. Die Erinnerung an diese Nacht kann bleiben, doch die Nacht selbst vergeht. Genau aus diesem Gegensatz zwischen Vergänglichkeit und dem Wunsch nach Beständigkeit bezieht der Song seine besondere Spannung. Halunke beschreiben nicht einfach eine sorgenfreie Ferienromanze, sondern das Gefühl, einen flüchtigen Moment so intensiv zu erleben, dass daraus möglicherweise etwas Dauerhaftes entsteht. Der Schwur mag in einer warmen Sommernacht gesprochen werden, doch seine Bedeutung soll weit über diese eine Jahreszeit hinausreichen.

Halunke wurden 2010 in Bern von Christian und Anja Häni gegründet. Das Ehepaar bildet bis heute den kreativen Kern des Projekts: Christian Häni ist hauptsächlich für Texte, Kompositionen, Gesang und Instrumente verantwortlich, während Anja Häni als Sängerin sowie in der Produktion und der organisatorischen Arbeit der Band mitwirkt. Bei Konzerten werden die beiden durch weitere Musikerinnen und Musiker ergänzt. Christian Häni verbrachte einen Teil seiner Jugend in Lauterbrunnen im Berner Oberland und gründete bereits 1995 die Band Scream, bevor er später gemeinsam mit Anja das Mundartprojekt Halunke ins Leben rief. Verlässlich belegte vollständige Geburtsdaten der beiden sind öffentlich nicht bekannt.

Noch im Gründungsjahr erschien das Debütalbum «Souerei», das teilweise von Peter Schmidt produziert wurde, der zuvor unter anderem mit Peter Fox, den Beatsteaks und Reamonn gearbeitet hatte. Kurz darauf wurde Halunke von Radio SRF 3 als «Best Talent» ausgezeichnet. Nach dem zweiten Album «Houston We Are OK» lösten sich Christian und Anja Häni von ihrem damaligen grossen Plattenlabel und bauten mit «Der letzte Schrei Records» ihre eigene unabhängige Struktur auf. Seither kümmern sie sich weitgehend selbst um Produktion, Veröffentlichung, Promotion, Booking und Management. Diese Unabhängigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Bandgeschichte und hat es Halunke ermöglicht, ihre Musik und ihr Erscheinungsbild konsequent nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Zu den wichtigsten Erfolgen gehören die Alben «Superheld», «Ponyhof» und «Flamingo», die sich alle in den Top 10 der Schweizer Albumhitparade platzieren konnten. Mit «Du verliebsch di» gelang Halunke 2023 sogar der Sprung in die Top 5. Die Band trat im Laufe ihrer Karriere unter anderem am Gurtenfestival, am Heitere Open Air, bei Zermatt Unplugged, am Stars of Sounds, am Seaside Festival sowie im Hallenstadion auf. Auch musikalisch ist das Duo gut vernetzt: Büne Huber wirkte bei «Schiffbruch» mit, Hanery Amman war auf «Hopfe und Malz» zu hören, und Christian Häni schrieb zudem Songs für andere Schweizer Künstler wie Trauffer, Baschi und Florian Ast.

Mit «Amore» zeigen Halunke erneut, weshalb sie zu den beständigen und eigenständigsten Formationen des Schweizer Mundart-Pop gehören. Der Song verbindet italienisches Sommerflair mit Berner Mundart, eine eingängige Melodie mit sorgfältig gezeichneten Bildern und Euphorie mit einem leisen Gefühl des Abschieds. «Amore» ist damit eine Liebeserklärung an einen Menschen, aber ebenso an jene seltenen Sommermomente, von denen man bereits während des Erlebens weiss, dass man sie später schmerzlich vermissen wird.


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