Kann der Mundartpoet aus dem Berner Seeland nach mehr als zwei Jahrzehnten im Musikgeschäft tatsächlich noch persönlichere Songs schreiben als je zuvor? Ja, er kann. Mit «Mis wahre Gsicht» zeigt sich George offener, direkter und nahbarer denn je.
George, mit bürgerlichem Namen George Schwab, stammt aus Kallnach im Berner Seeland und ist auf einem Bauernhof aufgewachsen – eine Herkunft, die seine Musik, seine Sprache und seine Haltung bis heute prägt. Der Sänger und Songschreiber, der gemäss Künstlerportal am 31. März 1967 geboren wurde, steht seit über einem Vierteljahrhundert für ehrlichen Mundartrock mit Herz, Bodenhaftung und Gefühl. Gerade diese Verwurzelung im Seeland, kombiniert mit seinem offenen Blick auf das Leben, macht ihn zu einer unverwechselbaren Stimme in der Schweizer Musikszene.
Das Etikett des «Gefühlsdusels» trägt George dabei längst mit Stolz. Und tatsächlich passt es: Der «Buuregiel» aus dem Berner Seeland ist mit einem aussergewöhnlich grossen Herzen gesegnet und mit der seltenen Gabe, Gefühle in Melodien zu verwandeln, wie es heute nur noch wenige können. In einer Musikwelt, die oft glattgebügelt und austauschbar wirkt, bleibt George einer, der Ecken und Kanten zulässt – musikalisch wie menschlich.
Mit «Mis wahre Gsicht» veröffentlicht George nun sein neuntes Studioalbum. Es ist ein Werk, das seinem Titel gerecht wird: ehrlich, ungeschminkt und persönlich. Die neuen Lieder geben tiefe Einblicke in ein Leben mit Höhen und Tiefen, mit Zweifeln, Hoffnungen, Erinnerungen und Momenten des Innehaltens. Es entsteht ein farbiger Strauss von Songs, in dem sich leichtfüssige, lebensbejahende Stücke ebenso finden wie nachdenkliche und melancholische Lieder, die den Blick zurück wagen auf Zeiten, die im Rückspiegel plötzlich wärmer erscheinen, als sie es damals vielleicht waren. Dabei nimmt George kein Blatt vor den Mund – und genau darin liegt die Kraft dieses Albums.
Auch musikalisch schlägt George mit «Mis wahre Gsicht» neue Töne an. Seine Songs bleiben bodenständig und ehrlich, klingen aber akustischer, reduzierter und verletzlicher als vieles, was man bislang von ihm gehört hat. Gerade diese bewusst zurückgenommene, organische Ausrichtung verleiht dem Album besondere Tiefe. Es ist kein lautes Werk, das sich in den Vordergrund drängt – sondern eines, das mit Wahrhaftigkeit wirkt. Für sein Publikum bedeutet das: Es darf sich auf den vielleicht ehrlichsten und persönlichsten George aller Zeiten freuen.
Dass George diesen Weg gehen kann, hat auch mit seiner langen Karriere zu tun. Nach ersten musikalischen Erfahrungen mit den Stolen Tunes gründete er 1999 seine eigene Formation «George & Hardcore Troubadours». 2003 erschien das Debütalbum «Eifachs Spiel», später folgten weitere wichtige Stationen wie «Adrenalin» und vor allem «Buuregiel», das George einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte und bis in die Top 10 der Schweizer Albumcharts führte. Seitdem hat er sich als feste Grösse des Mundartrocks etabliert – als Künstler, der nie auf Trends setzte, sondern immer auf Persönlichkeit, Dialekt und echte Geschichten.
«Mis wahre Gsicht» steht deshalb nicht nur für ein neues Album, sondern auch für eine neue Tiefe in Georges künstlerischem Schaffen. Es ist das Werk eines Musikers, der viel erlebt hat, seinen eigenen Weg konsequent gegangen ist und heute mehr denn je bereit ist, sein Innerstes hörbar zu machen. Musikalisch und inhaltlich ist dieses Album durch und durch Mensch – und genau das macht es in einer zunehmend künstlich wirkenden Zeit so wohltuend und relevant.
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