Vom Rock’n’Roll zum Heimweh-Bass: Fredi Koller erzählt
Mit der druckfrischen CD «Fründschaft» im Gepäck besuchte Heimweh-Sänger Fredi Koller am Sonntag, 16. August 2026, die Sendung «Made in Switzerland» bei Spitalradio LuZ. Im Gespräch mit Moderatorin Brigitta Bürgi erzählte er von seinem aussergewöhnlichen musikalischen Weg, vom Leben im wohl bekanntesten Männerchor der Schweiz und von einem Jubiläumsjahr, in dem bei Heimweh ein Höhepunkt den nächsten jagt.
Zehn Jahre Heimweh, zehn Studioalben – und zum Jubiläum eine Platte, deren Titel kaum besser zur Geschichte des Chors passen könnte. «Fründschaft» erschien am 13. August 2026 und stand beim Besuch von Fredi Koller im Studio von Spitalradio LuZ natürlich im Mittelpunkt. An diesem warmen Sommerabend wurde aber schnell klar: Hinter Heimweh steckt weit mehr als eine Reihe erfolgreicher Lieder. Es sind die unterschiedlichen Menschen, ihre Geschichten und die gemeinsame Freude am Singen, die den besonderen Charakter des Männerchors ausmachen.
Der jüngste Neue – mit 66 Jahren
Fredi Koller gehört seit rund zwei Jahren zu Heimweh und sorgt mit einer besonderen Zahl für Schmunzeln: Mit 66 Jahren ist er der jüngste Neuzugang des Chors – zumindest gemessen am Zeitpunkt seines Eintritts, nicht unbedingt an den Lebensjahren. Bei Heimweh singt er Bass und ist inzwischen mit Leib und Seele Teil der Formation.
Sein musikalischer Weg führte allerdings nicht auf direktem Weg zur gefühlvollen Männerchor-Musik. Früher spielte Rock’n’Roll eine wichtige Rolle in seinem Leben – insbesondere als Tanz, dem er während vieler Jahre mit grosser Leidenschaft nachging. Musikalisch durfte es zeitweise sogar deutlich härter sein: Koller war einst Mitglied einer Rammstein-Coverband. Dass aus diesem Kapitel irgendwann Heimweh werden würde, hätte damals wohl kaum jemand vorausgesagt.
Gerade diese Vielseitigkeit machte das Gespräch bei «Made in Switzerland» besonders spannend. Fredi Koller erzählte offen von seinem persönlichen Werdegang und davon, wie sehr ihn heute die Gemeinschaft bei Heimweh begeistert.
Viele Wohnorte – eine gemeinsame Stimme
Die Sänger von Heimweh stammen aus den unterschiedlichsten Regionen der Schweiz. Entsprechend interessant ist die Frage, wie ein solches Ensemble überhaupt probt und sich auf seine zahlreichen Auftritte vorbereitet. Auch dazu gewährte Fredi Koller einen Blick hinter die Kulissen.
Vieles beginnt ganz unspektakulär zu Hause: Die Sänger bereiten ihre Stimmen und ihre jeweiligen Passagen zunächst im «heimischen Kämmerlein» vor. Vor einer Tournee kommt der Chor zu einem gemeinsamen Probeweekend zusammen. Dort werden die einzelnen Stimmen zusammengefügt, an Details gearbeitet und das Programm auf die Bühne vorbereitet.
Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt der Erfolg von Heimweh eindrücklich. Der Chor hat sich in zehn Jahren eine aussergewöhnlich treue Fangemeinde aufgebaut – und diese sorgt regelmässig dafür, dass Konzerttickets nicht lange erhältlich bleiben.
Viermal KKL – und viermal ausverkauft
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel folgt bereits im September: Vom 14. bis 17. September 2026 steht Heimweh viermal im KKL Luzern auf der Bühne – gemeinsam mit dem renommierten 21st Century Orchestra. Sämtliche Konzerte sind ausverkauft.
Wie gross die Nachfrage ist, zeigte sich schon beim Vorverkauf. Nachdem die ersten beiden Konzerte rasch ausgebucht waren, wurde ein drittes angesetzt – und auch dieses füllte sich in kürzester Zeit. Für das vierte Konzert brauchten die Heimweh-Fans schliesslich nur noch rund sieben Minuten, um sämtliche verfügbaren Plätze zu sichern. Ein eindrücklicher Liebesbeweis des Publikums und ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Männerchors.
Die grosse Jubiläumstournee steht bevor
Nach den KKL-Konzerten ist bei Heimweh noch lange nicht Schluss. Am 18. Dezember 2026 steht mit dem «Limmatzauber» in Dietikon ein weiterer Auftritt auf dem Programm. Am 23. Januar 2027 beginnt dann in Winterthur die grosse Jubiläumstournee.
Nach aktuellem Tourneeplan führt sie bis zum 30. Mai 2027 nach Amriswil im Kanton Thurgau. Schon Monate vorher zeigt sich, wie gross das Interesse ist: Einzelne Vorstellungen sind bereits ausverkauft und an verschiedenen Orten wurden zusätzliche Konzerte angesetzt.
Auch in der Zentralschweiz macht Heimweh mehrfach Halt. Am 7. März 2027 gastiert der Chor im Loppersaal in Hergiswil. Am 18. April 2027 stehen gleich zwei Konzerte in der Aegerihalle in Unterägeri auf dem Programm, und am 1. Mai 2027 folgen ebenfalls zwei Vorstellungen in der Braui Hochdorf.
«Fründschaft» als passender Jubiläums-Soundtrack
Mit «Fründschaft» hat Heimweh zum zehnjährigen Bestehen sein mittlerweile zehntes Studioalbum veröffentlicht. Auch diesmal stehen Lieder im Zentrum, die von Nähe, Zusammenhalt, Heimat, Erinnerungen und persönlichen Lebensgeschichten erzählen – Themen, die den Chor seit seiner Gründung begleiten und wesentlich zu seinem Erfolg beigetragen haben.
Der Albumtitel wirkt dabei beinahe wie ein Leitmotiv für das gesamte Projekt Heimweh. Denn trotz unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Berufe und individueller Lebensgeschichten verbindet die Sänger eine gemeinsame Leidenschaft. Genau diese Gemeinschaft war auch während des Gesprächs mit Fredi Koller immer wieder spürbar.
Eine Stunde «Made in Switzerland» wurde so zu einer Reise durch zehn Jahre Heimweh, zu einem Blick hinter die Kulissen eines aussergewöhnlichen Schweizer Musikprojekts – und gleichzeitig zu einem sehr persönlichen Porträt eines Mannes, dessen Weg vom Rock’n’Roll über eine Rammstein-Coverband schliesslich mitten hinein in den Bass von Heimweh führte.
Die ganze Sendung zum Nachhören
Wer das Gespräch mit Fredi Koller verpasst hat oder nochmals in die Welt von Heimweh eintauchen möchte, kann die komplette Sendung als Podcast gleich im Anschluss nachhören. Fredi Koller erzählt darin ausführlich über «Fründschaft», das Leben als Heimweh-Sänger, die Vorbereitungen auf die Konzerte und seinen ganz persönlichen musikalischen Weg.




