Ein falscher Schritt – und dann? Erste Hilfe beim Outdoorsport

430'000 Sportunfälle pro Jahr: Was bei kleinen Verletzungen wichtig ist
Bild: Frau mit Outdoor-Sportverletzung (Symbolbild)

Umgeknickt, gestürzt, gezerrt: Was jetzt zu tun ist

Ein falscher Schritt auf dem Wanderweg, ein Sturz mit dem Velo oder eine unglückliche Bewegung beim Joggen: Beim Sport liegen Bewegung, Abenteuer und eine kleine Verletzung manchmal nur einen Augenblick auseinander. Eine Schürfwunde, Prellung, Verstauchung oder Zerrung ist schnell passiert – und kann die geplante Tour plötzlich beenden.

Das betrifft in der Schweiz sehr viele Menschen. Nach Angaben der BFU verletzen sich hierzulande jedes Jahr rund 430’000 Personen beim Sport. Besonders häufig gehören Verstauchungen, Zerrungen sowie Muskel- und Sehnenverletzungen zu den Folgen sportlicher Unfälle.

Wenn der Knöchel plötzlich dick wird

Was tun, wenn ein Gelenk nach einem Fehltritt schmerzt oder der Knöchel innerhalb kurzer Zeit anschwillt? Eine bekannte Merkhilfe für die erste Reaktion bei vielen akuten Sportverletzungen ist die PECH-Regel:

P wie Pause: Die sportliche Aktivität unterbrechen und die verletzte Stelle nicht weiter belasten.
E wie Eis: Die betroffene Stelle vorsichtig kühlen.
C wie Compression: Ein geeigneter Druckverband kann bei bestimmten Verletzungen helfen, die Schwellung einzudämmen.
H wie Hochlagern: Die verletzte Körperstelle möglichst erhöht lagern.

Dabei handelt es sich um eine erste Sofortmassnahme und nicht um eine Diagnose. Gerade wenn unklar ist, wie schwer eine Verletzung tatsächlich ist, sollte sie nicht einfach «weggelaufen» oder ignoriert werden.

Wandern und Joggen: Stolpern ist ein häufiger Unfallgrund

Gerade bei beliebten Outdooraktivitäten lohnt sich etwas Vorsicht. Laut Suva verunfallen beim Joggen, Wandern und Spazieren rund 40’000 Menschen pro Jahr. Rund 70 Prozent dieser Unfälle entstehen durch Stolpern oder Stürzen. Zu den häufigsten Verletzungen zählen Verstauchungen und Zerrungen sowie Verletzungen an Muskeln und Sehnen.

Unebener Untergrund, Müdigkeit, nachlassende Konzentration oder ungeeignetes Schuhwerk können dazu beitragen, dass aus einem schönen Ausflug innerhalb weniger Sekunden ein schmerzhafter Zwischenfall wird.

Wann sollte die Tour definitiv vorbei sein?

Nicht jede Verletzung erfordert sofort eine ärztliche Behandlung. Starke oder zunehmende Schmerzen, eine ausgeprägte Schwellung, sichtbare Fehlstellungen oder eine deutliche Bewegungseinschränkung sind jedoch Warnzeichen, die ernst genommen werden sollten.

Kann ein Bein beispielsweise kaum noch belastet werden oder besteht der Verdacht auf einen Knochenbruch oder eine schwerere Gelenkverletzung, sollte die sportliche Aktivität beendet und medizinische Hilfe organisiert werden. Bei einem schweren Unfall oder einer akuten Notfallsituation gilt in der Schweiz die Notrufnummer 144.

Lieber einmal zu früh stoppen

Gerade beim Sport ist der Ehrgeiz manchmal grösser als die Vernunft. Doch eine Verletzung zu ignorieren und trotz Schmerzen weiterzulaufen, kann die Situation verschlimmern. Ein rechtzeitiger Abbruch der Tour ist deshalb kein Zeichen von Schwäche, sondern kann verhindern, dass aus einer kleinen Blessur eine langwierige Verletzung wird.

Denn meistens gilt: Die nächste Wanderung, Velotour oder Joggingrunde kommt bestimmt.

Beitrag nachhören

Welche Verletzungen beim Outdoorsport besonders häufig vorkommen, wie die PECH-Regel funktioniert und bei welchen Warnzeichen medizinische Hilfe gefragt ist, erklärt Marco Hutschenreuther im Beitrag bei Spitalradio LuZ.

Den vollständigen Beitrag können Sie direkt im Anschluss an diesen Artikel nachhören.


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