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Baschi – Amore in Lecce

KW 38 | 18. September - 24. September 2023
Foto: Baschi (Cover)

Baschi muss man in der Schweiz niemandem vorstellen. Seit seinem letzten Album ist vieles passiert: eine globale Pandemie, eine rauschende Hochzeit oder ein Meilenstein in Form von «Sing meinen Song» zum Beispiel. Und wenn einer diesem Ausnahmezustand in Dauerschleife etwas abgewinnen kann, dann Baschi: Er macht daraus ein Album voller Momente, die das Leben ausmachen – und singt über all das, was eben dazwischen kommt: die letzte Runde oder den nächsten Blues, die Einsicht, dass genau jetzt immer die beste Zeit ist, der Traum von einem anderen Leben. Die Fans freut vor allem eins: Baschi «nimmt den Finger aus dem Arsch, gibt endlich wieder Gas».

Denn das ist keine Selbstverständlichkeit. Seit bald 20 Jahren steht Sebastian Bürgin aus Gelterkinden inzwischen auf der Bühne. Mehr als die Hälfte seines Lebens hat der 36-Jährige im Scheinwerferlicht verbracht – als Rampensau und Schwiegermuttertraum, als Popstar genauso wie als einer von uns. Der Baselbieter hat den Castingshow-Hype der frühen Nullerjahre als last man standing überlebt. Und zeigt seither dem musikalischen Establishment aus seiner Ecke des Showbusiness’ mit einem Augenzwinkern den Mittelfinger – als Entertainer, der Authentizität und Selbstironie unter einen Hut bringt, der inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden ist.

Wenn Baschis letztes Album «1986» ein Rückblick war, ist «Wenn s Läbe drzwüsche chunt» eine Auslegeordnung: eine Momentaufnahme von all dem, was aktuell für Baschi in der Luft liegt und in den Sternen steht. Dazu gehört ein rührendes Versprechen an die Mama genauso wie die Aufforderung «Chum, mir mached e Beiz uf!». Aus einem kleinen Schluck wird die Frage nach dem grossen Glück. Und immer dann, wenn man sich in ein anderes Leben

flüchtet, ist da eine Liebe, die so gross ist, dass sich Tagträume erübrigen. Diese Offenheit zeigt sich auch musikalisch: Mit seinem zehnten Album steht Baschi vielseitiger denn je in den Startlöchern. Piano-Riffs erinnern an Classic Rock der 80er-Jahre oder stimmen epische Balladen an. Die Gitarren flirten mit warmem Americana-Sound, ein grooviger Bass lädt zum Wippen. Und mit einem Tanzbein im Schlager zeigt Baschi einmal mehr, dass er auf musikalische Konventionen und Konzepte pfeift und keine Berührungsängste kennt. Ab Herbst wird deutschschweizweit zu erleben sein, dass jeder neue Song genau so klingt, wie er muss – weil Baschi noch immer genau so macht, was er will. Und so ist «Wenn s Läbe drzwüsche chunt» ein typisches Baschi-Werk geworden: Musik von einem Menschen mit Ecken und Kanten.


Hier finden sie weitere CH-Hits-Vorstellungen unserer Musikredaktion aus den vergangenen Wochen: CH-Hits der Woche (Übersicht)

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