Mit «Ordinary» gelang Alex Warren einer der ganz grossen Pop-Hits der vergangenen Jahre. Wer deshalb erwartet hat, dass der US-Sänger auf seinem neuen Album einfach noch einmal dieselbe musikalische Formel verwendet, wird bereits beim ersten Song überrascht. «Emerald Eyes» eröffnet das am 28. August 2026 erschienene zweite Studioalbum «Wildchild» und schlägt eine deutlich andere Richtung ein. Statt einer grossen gefühlvollen Pop-Ballade gibt es einen treibenden, funkigen und von Disco beeinflussten Song, der praktisch vom ersten Takt an nach Radio klingt. Bei Spitalradio LuZ ist «Emerald Eyes» deshalb in der Kalenderwoche 36 der Hit-Tipp der Woche. Auch die Plattenfirma setzt auf den Titel: Warner bezeichnet «Emerald Eyes» als Fokussong des Albums und bewirbt ihn seit dem Veröffentlichungstag von «Wildchild» offiziell als Single.
Eine entscheidende Rolle beim besonderen Sound spielt niemand Geringerer als Nile Rodgers. Der amerikanische Gitarrist, Produzent und Mitbegründer der legendären Disco- und Funkband Chic steuert seine unverwechselbare Gitarre bei und war zusätzlich an der Produktion beteiligt. Entstanden ist «Emerald Eyes» gemeinsam mit Warrens langjährigen musikalischen Weggefährten Adam Yaron, Cal Shapiro und Mags Duval, die zusammen mit Alex Warren auch als Autoren des Songs aufgeführt sind. Warren selbst beschreibt das Stück als einen Song, der ihm Energie gibt: eine Liebeserklärung, zu der man tanzen könne und die ihn an einen Clubhit aus den frühen 2000er-Jahren erinnere, allerdings mit einem modernen Ansatz. Nile Rodgers habe den Song für ihn nochmals auf ein ganz anderes Niveau gehoben. Diese Mischung ist tatsächlich deutlich hörbar: «Emerald Eyes» besitzt den eingängigen Pop-Charakter, für den Warren bekannt geworden ist, kombiniert ihn aber mit Funk-Gitarre, einem federnden Rhythmus und einer Leichtigkeit, die sich von vielen seiner bisherigen Veröffentlichungen abhebt.
Genau dieser Unterschied war auch bei Spitalradio LuZ ausschlaggebend für die Wahl zum Hit-Tipp. «Für mich sticht ‹Emerald Eyes› auf dem neuen Album sofort heraus. Der Song zeigt eine Seite von Alex Warren, die man nach ‹Ordinary› vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte. Er ist modern, eingängig und hat durch die Gitarre von Nile Rodgers diesen speziellen Funk- und Disco-Touch, der sofort hängen bleibt», sagt Andi Balsiger, Musikchef von Spitalradio LuZ. Dass gleichzeitig auch die Plattenfirma gerade diesen Titel als Single und Fokustrack empfiehlt, bestätigt den Eindruck, dass «Emerald Eyes» zu den Songs gehört, mit denen Warren sein musikalisches Spektrum bewusst erweitern möchte. Trotz der deutlich tanzbareren Produktion bleibt seine markante Stimme im Zentrum und sorgt dafür, dass der Titel unverkennbar ein Alex-Warren-Song bleibt.
Alex Warren wurde am 18. September 2000 als Alexander Warren Hughes in Carlsbad im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Seine Karriere begann zunächst nicht auf klassischen Konzertbühnen, sondern in den sozialen Medien. Warren gehörte zu den Mitbegründern des bekannten TikTok-Kollektivs Hype House und erreichte dort bereits ein Millionenpublikum, bevor er sich zunehmend auf die Musik konzentrierte. Hinter seiner Erfolgsgeschichte stehen jedoch schwierige persönliche Erfahrungen. Sein Vater starb, als Warren noch ein Kind war, später verlor er auch seine Mutter. Zeitweise hatte er kein festes Zuhause und lebte unter anderem in einem Auto. Diese Erlebnisse finden bis heute immer wieder Eingang in seine Songs. Musik sei für ihn zu einer Möglichkeit geworden, Gefühle und Erfahrungen auszudrücken, über die er ansonsten nur schwer sprechen könne. Vom Social-Media-Star entwickelte sich Warren schliesslich Schritt für Schritt zu einem international erfolgreichen Singer-Songwriter.
Der endgültige weltweite Durchbruch gelang ihm mit «Ordinary». Der Song entwickelte sich 2025 zum internationalen Nummer-eins-Hit und machte Warren endgültig weit über seine ursprüngliche Social-Media-Fangemeinde hinaus bekannt. Sein Debütalbum «You’ll Be Alright, Kid» erreichte Platz 5 der amerikanischen Billboard 200 und brachte neben «Ordinary» weitere erfolgreiche Titel hervor. Bei den Grammy Awards 2026 gehörte Warren zu den Nominierten in der Kategorie Best New Artist und stand dort auch als Performer auf der Bühne. Gewonnen hat die Kategorie Olivia Dean, doch allein die Nominierung unterstrich, wie schnell sich Warren innerhalb weniger Jahre in der internationalen Popszene etabliert hat.
«Wildchild» soll nun zeigen, dass hinter diesem Erfolg mehr steckt als ein einzelner Welthit. Das Album umfasst 13 Songs und beginnt bewusst mit «Emerald Eyes». Neben dem Funk- und Disco-Einschlag dieses Titels experimentiert Warren auf der Platte mit unterschiedlichen musikalischen Farben: «Cry Wolf» arbeitet beispielsweise mit Gospel-Einflüssen, während andere Songs wieder stärker auf seine bekannten Singer-Songwriter-Qualitäten setzen. Zu den bereits vor dem Album veröffentlichten Titeln gehören «Fever Dream», «Fine Place To Die», «Passenger» und «Rescuer». Inhaltlich beschäftigt sich Warren erneut intensiv mit Liebe, Verlust, Beziehungen und seiner eigenen Vergangenheit. Der Name «Wildchild» hat dabei eine besonders persönliche Bedeutung: So wurde Warren als Kind von seinem inzwischen verstorbenen Vater genannt. Das Album versteht sich deshalb auch als Auseinandersetzung mit seinen Eltern und seiner eigenen Geschichte.
Mit «Emerald Eyes» steht am Anfang dieses sehr persönlichen Albums allerdings zunächst einmal die Leichtigkeit. Der Song zeigt, dass Alex Warren nach dem riesigen Erfolg von «Ordinary» nicht darauf angewiesen ist, immer wieder dieselbe Ballade zu liefern. Nile Rodgers verleiht dem Stück mit seiner Gitarre einen sofort erkennbaren Funk-Charakter, während Warren daraus modernen Radio-Pop macht. Für Spitalradio LuZ ist das Grund genug, den Titel besonders hervorzuheben: «Emerald Eyes» von Alex Warren ist unser Hit-Tipp der Woche in der KW 36.
Hier finden sie weitere Hit-Tipp-Vorstellungen unserer Musikredaktion aus den vergangenen Wochen: Hit-Tipp der Woche (Übersicht)
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