35 Jahre Spitalradio LuZ: Ein Abend voller Erinnerungen und neuer Geschichten

Beim Jubiläums-Apéro trafen Sponsoren, Gönner, ehemalige Radiomacher und langjährige Wegbegleiter aufeinander – und aus einem Wiedersehen entstanden sogar zwei Comebacks.
Bild: Sponsoren-Apéro 2026: Gönner Bruno Hollenweger und Moderatorin Kaya Hirschi (Foto: Andi Balsiger)

35 Jahre Radioleidenschaft – und noch lange nicht Sendeschluss

35 Jahre Radio, unzählige Sendestunden, viele hundert Moderatorinnen und Moderatoren, technische Veränderungen, besondere Begegnungen – und eine Konstante: die Freude am Radiomachen. Spitalradio LuZ hat seinen 35. Geburtstag mit einem Sponsoren-Apéro unmittelbar neben seinem Studio im Personalwohnhaus 2 auf dem Areal des Luzerner Kantonsspitals gefeiert. Eingeladen waren Gönnerinnen und Gönner, Sponsoren, Partner, geladene Gäste sowie ehemalige Radiomacherinnen und Radiomacher. Rund 40 Personen nutzten die Gelegenheit, gemeinsam auf dreieinhalb Jahrzehnte Spitalradio LuZ anzustossen.

Im Vorfeld waren 155 persönliche Einladungen an Sponsoren und Gönner verschickt worden, zusätzlich wurden rund 80 ehemalige LuZler per E-Mail angeschrieben. Und genau diese Mischung machte den Abend besonders: Menschen, die den Verein heute unterstützen, trafen auf Persönlichkeiten, die vor zehn, zwanzig oder sogar mehr als dreissig Jahren selbst hinter dem Mikrofon gesessen hatten.

Ein Jubiläum, das eigentlich schon ein Jahr früher fällig gewesen wäre

Um 18 Uhr begrüsste Präsident Andi Balsiger die Gäste und nahm sie in seiner Ansprache mit auf eine kurze Reise durch die bewegte Geschichte des Senders. Ganz korrekt, erklärte er mit einem Augenzwinkern, wäre Spitalradio LuZ sogar bereits 36 Jahre alt. Denn erstmals ging der Sender an Weihnachten 1990 auf Sendung. Der Verein selbst wurde allerdings erst 1991 gegründet – und deshalb wird 2026 offiziell der 35. Geburtstag gefeiert.

«Was sich in all diesen Jahren nie verändert hat: Wir machen Radio – und dafür brauchten und brauchen wir Geld», sagte Andi Balsiger. Zum Glück gehörten die Schulden, mit denen sich der junge Verein zeitweise herumschlagen musste, heute der Vergangenheit an. Umso wichtiger sei die Unterstützung durch Sponsoren und Gönner geblieben. «Ohne diese Unterstützung könnten wir Spitalradio LuZ in dieser Form nicht betreiben. Deshalb ist dieser Abend vor allem auch ein grosses Dankeschön an alle, die unseren ehrenamtlich geführten Verein teilweise schon seit vielen Jahren begleiten.»

Erstmals liegt inzwischen auch die Geschichte von Spitalradio LuZ ausführlich schriftlich vor. Rund 77 Seiten umfasst die Chronik mit kleinen und grossen Ereignissen aus dreieinhalb Jahrzehnten. Eine kompaktere Zeitreise mit den wichtigsten Meilensteinen konnten die Gäste auf vier grossen A3-Tafeln beim Eingang nachlesen.

Wie sehr sich die Welt seit den Anfangsjahren verändert hat, zeigte eine kleine Episode aus einem alten Vorstandsprotokoll. 1998 diskutierte der Vorstand darüber, wie Informationen wie Jahresprogramme künftig einfacher verteilt werden könnten. Eine Idee: per E-Mail. Der Vorschlag stiess allerdings auf ein nicht ganz unwesentliches Problem – noch längst nicht alle Vorstandsmitglieder verfügten über eine E-Mail-Adresse. Heute wäre die Vereinsarbeit ohne E-Mail kaum mehr vorstellbar. 28 Jahre können eben auch technisch eine kleine Ewigkeit sein.

Alte Bekannte und besondere Wegbegleiter

Einige Gäste hob Andi Balsiger in seiner Ansprache stellvertretend hervor. Dazu gehörte Elisabeth Affentranger, das erste Ehrenmitglied von Spitalradio LuZ. Für ihre Ernennung mussten damals sogar eigens die Statuten angepasst werden. Mit mittlerweile 85 Jahren liess sie es sich nicht nehmen, beim Jubiläum persönlich dabei zu sein.

Ein besonderes Wiedersehen gab es auch mit Markus Schaub. Als damaliger Sendeleiter hatte er 1993 den heutigen Präsidenten Andi Balsiger als neuen Moderator bei Spitalradio LuZ willkommen geheissen. Seit beinahe drei Jahrzehnten war Schaub nicht mehr aktiv beim Sender – entsprechend viele Erinnerungen kamen an diesem Abend wieder hoch.

Ebenfalls persönlich begrüsst wurde Dario Pelosi. Er war während vieler Jahre Moderator und Vorstandsmitglied bei Spitalradio LuZ und ist ein schönes Beispiel dafür, dass ein kleines Radio auch zum Sprungbrett werden kann: Heute arbeitet Pelosi als Wirtschaftsredaktor bei SRF.

«Wenn man an einem solchen Abend sieht, wohin der Weg ehemalige LuZler geführt hat, dann merkt man erst, wie viele Geschichten hier über die Jahre entstanden sind», hielt Andi Balsiger fest. «Spitalradio LuZ war und ist für viele Menschen nicht einfach nur ein Hobby. Es ist ein Ort, an dem man ausprobieren, lernen, Erfahrungen sammeln und manchmal sogar den Grundstein für einen späteren beruflichen Weg legen kann.»

Das Jubiläum war natürlich auch live im Radio zu hören

Was wäre ein Geburtstag von Spitalradio LuZ ohne Radio? Während draussen und im Eingangsbereich angestossen, diskutiert und in Erinnerungen geschwelgt wurde, lief wenige Meter weiter im Studio eine mehrstündige Spezialsendung.

Von 16 bis 18 Uhr führte Kaya Hirschi durch das Programm. Neben Musik holte sie immer wieder Gäste des Apéros ans Mikrofon und brachte damit die Atmosphäre des Jubiläums direkt zu den Zuhörerinnen und Zuhörern. Ab 18 Uhr übernahm Sven Koch und führte die Spezialsendung mit Gesprächen, Geschichten und natürlich viel Musik weiter. Gespielt wurden – wie es sich für Spitalradio LuZ gehört – «die grössten Hits aller Zeiten».

Zu den Gästen im Studio gehörte Bruno Hollenweger, ehemaliger Geschäftsführer von Tele 1 und heute unter anderem bei der City Vereinigung Luzern sowie beim KV Luzern tätig. Als OK-Präsident des Dorf-Advents Hergiswil berichtete er über den traditionellen Weihnachtsmarkt. Spitalradio LuZ wird dort am ersten Adventswochenende 2026 ebenfalls live vor Ort senden.

Vom Sendestart 1990 zum Comeback 2026

Für einen besonders schönen Moment sorgte Markus Schaub. Das Gründungsmitglied erzählte am Mikrofon von der Anfangszeit und davon, wie Radiomachen bei Spitalradio LuZ rund um den ersten Sendestart 1990 funktionierte. Beim Blick auf die heutige Studiotechnik zeigte er sich beeindruckt – zwischen den damaligen Möglichkeiten und einem modernen digitalen Radiostudio liegen schliesslich Welten.

Der Besuch löste bei ihm aber nicht nur Erinnerungen aus. Aus der anfänglichen Wehmut wurde gegen Ende des Abends ein handfestes Versprechen: Markus Schaub möchte wieder zurück ans Mikrofon. Bereits ab November soll er wieder Sendungen bei Spitalradio LuZ moderieren.

Und damit nicht genug: Auch die ehemalige Moderatorin Monika Seeberger kündigte an, wieder bei Spitalradio LuZ einsteigen zu wollen. So brachte der Sponsoren-Apéro nicht nur Begegnungen, Gespräche und Unterstützung für den Verein – sondern gleich zwei neue alte Stimmen fürs Programm.

«Damit hätten wir bei der Planung des Abends nun wirklich nicht gerechnet», freute sich Andi Balsiger. «Wenn aus einem Jubiläums-Apéro zwei Moderations-Comebacks entstehen, kann man wohl mit gutem Gewissen von einem erfolgreichen Abend sprechen.»

Radio loco-motivo: Eine Stimme für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung

Ebenfalls im Studio zu Gast war Liselotte Tännler, die früher als Redaktorin bei DRS 3 tätig war. Sie erinnerte sich an eine Radiozeit, in der vieles spontaner gewesen sei und weniger Vorschriften den Arbeitsalltag bestimmt hätten.

Heute engagiert sich Tännler unter anderem für Radio loco-motivo. Die Luzerner Redaktion entstand in Zusammenarbeit von traversa, der Radioschule klipp+klang und Spitalradio LuZ. Unter dem Leitgedanken «Menschen mit und ohne Psychiatrie-Erfahrung machen Radio» gestalten Betroffene, Angehörige und Fachpersonen gemeinsam Sendungen. Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung werden dabei zu Radioschaffenden ausgebildet und erhalten die Möglichkeit, ihre Themen selbstbestimmt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Radioarbeit soll damit auch Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und Empowerment fördern. Die erste Luzerner Sendung wurde im November 2022 über Spitalradio LuZ ausgestrahlt.

Dass sich an diesem Abend ausgerechnet Liselotte Tännler und Dario Pelosi begegneten, hatte seinen besonderen Reiz: Hier eine frühere DRS-3-Radiomacherin, dort ein heutiger SRF-Wirtschaftsredaktor – und dazwischen mehrere Jahrzehnte Radiogeschichte. Gesprächsstoff über das Radio von gestern und heute dürfte jedenfalls genügend vorhanden gewesen sein.

Vom Spitalradio auf über 3000 Meter

Auch André Sidler, Leiter Marketing & Sales und Mitglied der Geschäftsleitung der TITLIS Bergbahnen, nahm im Studio Platz. Er erzählte von der Zusammenarbeit mit Spitalradio LuZ und berichtete über eines der grössten Tourismusprojekte der Zentralschweiz.

Mit dem neuen TITLIS Tower ist 2026 auf 3020 Metern über Meer ein aussergewöhnlicher Erlebnisort eröffnet worden. Der frühere Richtstrahlturm aus den 1980er-Jahren wurde vom renommierten Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron umgestaltet. Entstanden sind unter anderem das «Horizon Deck» als Aussichtsplattform, das Joseph’s Restaurant und eine Rolex Boutique. Das Horizon Deck befindet sich rund 55 Meter über dem Gletscher und ermöglicht einen Rundblick über die Alpen. Der Tower ist der erste grosse sichtbare Meilenstein des umfassenden «Projekt TITLIS», zu dem bis 2029 auch eine neue Bergstation gehört.

Sidler überbrachte dem Spitalradio nicht nur Glückwünsche zum Jubiläum. Die TITLIS Bergbahnen stellten auch Tageskarten zur Verfügung, die künftig im Radioprogramm verlost werden können.

Ein Mann mit unzähligen Geschichten aus der Schweizer Musikszene

Nicht fehlen durfte Ehrengast Rolf Schluep, der seit Jahrzehnten bestens mit der Schweizer Musikszene vernetzt ist. Bereits in den 1970er-Jahren arbeitete er mit Polo Hofer zusammen, später begleitete er unter anderem Gotthard um Sänger Steve Lee und war beziehungsweise ist mit zahlreichen weiteren Schweizer Künstlerinnen und Künstlern verbunden. Bis heute vermittelt er Spitalradio LuZ immer wieder interessante Studiogäste für die Sendung «Made in Switzerland».

Dass Schluep die Schweizer Szene über viele Jahre hinweg begleitet, zeigt sich auch in seiner Arbeit mit «Das Office»: Noch 2018 wurde er beispielsweise als PR-Verantwortlicher für den Berner Mundartsänger George genannt. Seine eigentliche Stärke zeigte sich aber auch am Jubiläumsabend schnell: Wer mit Rolf Schluep ins Gespräch kommt, erhält selten nur eine nüchterne Antwort – meistens gibt es gleich noch eine Episode aus mehreren Jahrzehnten Musikgeschäft dazu.

Sponsoren, die nicht mit leeren Händen kamen

Dominik Haltiner, Werbeleiter von OTTO’S, besuchte den Jubiläums-Apéro gemeinsam mit seiner Frau Eveline – und brachte gleich Geschenkkarten mit. Diese können in kommenden Sendungen und Wettbewerben an die Zuhörerinnen und Zuhörer von Spitalradio LuZ weitergegeben werden.

Eine weitere erfreuliche Überraschung gab es direkt vor Ort: Sebastian «Baschi» Sattler von Bild + Ton entschied sich am Jubiläumsabend, die Rubrik «Hit-Tipp der Woche» als Sponsor zu unterstützen. Damit wird Bild + Ton künftig mehrmals täglich im Programm genannt. Im «Hit-Tipp der Woche» stellt Spitalradio LuZ jeweils einen neu erschienenen Musiktitel vor, dem die Musikredaktion besonders grosses Hitpotenzial zutraut.

Auch der langjährige Gönner Peter Burri wagte sich hinter das Studiomikrofon. Der ehemalige Arbeitskollege von Andi Balsiger sprach über die langjährige Freundschaft und darüber, weshalb er den Verein bis heute gerne unterstützt. Für ihn sei Spitalradio LuZ schlicht eine gute Idee, die es wert sei, mitgetragen zu werden.

Eine Geburtstagstorte mit Logo – und ziemlich wenig Resten

Nach der Ansprache des Präsidenten folgte einer der süssesten Programmpunkte des Abends. Eine grosse Vanille-Biskuittorte der Confiserie Bachmann wurde hereingebracht – selbstverständlich mit prominentem Spitalradio-LuZ-Jubiläumslogo.

Andi Balsiger übernahm persönlich das Anschneiden und stand damit vor einer Herausforderung, die mindestens so viel Fingerspitzengefühl verlangte wie manche Vorstandssitzung: Aus einer grossen Torte mussten möglichst viele kleine Stücke werden. Die Mission gelang – und die Torte erwies sich nicht nur optisch als Höhepunkt. Sie mundete den Gästen offenbar ebenso gut, wie sie aussah.

Wenn aus Sponsoren, Ehemaligen und Radiomachern eine Runde wird

Mindestens ebenso wichtig wie das offizielle Programm waren die zahlreichen Gespräche, die sich im Laufe des Abends entwickelten. Sponsoren trafen auf ehemalige Moderatorinnen und Moderatoren, frühere Weggefährten entdeckten sich nach vielen Jahren wieder und Geschichten, die längst vergessen geglaubt waren, wurden plötzlich wieder lebendig.

Dabei zeigte sich auch, was Spitalradio LuZ über die Jahrzehnte immer ausgemacht hat: Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen treffen aufeinander, verbunden durch ihre Beziehung zu einem kleinen, ehrenamtlichen Radiosender, der sich seit 1991 immer wieder verändert hat – und trotzdem im Kern derselbe geblieben ist.

Ein besonderer Dank des Präsidenten ging deshalb auch an das Luzerner Kantonsspital LUKS. Es bietet Spitalradio LuZ nicht nur seit vielen Jahren Gastrecht auf dem Areal, sondern unterstützt den Verein auch bei vielen praktischen Dingen. Für den Jubiläums-Apéro stellte das LUKS beispielsweise Bänke, Tische und Apéro-Tischchen zur Verfügung.

«Der Abend hat gezeigt, dass Spitalradio LuZ lebt»

Kurz vor Ende der Spezialsendung nahm auch Präsident Andi Balsiger nochmals bei Sven Koch am Mikrofon Platz. Er dankte allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten – insbesondere Jürg Freudiger, dem Vorstand und dem Moderatoren-Team, das den Jubiläums-Apéro während Stunden auch radiophon begleitet hatte.

«Wir wollten mit unseren Sponsoren, Gönnern, ehemaligen LuZlern und Freunden auf 35 Jahre Spitalradio LuZ anstossen und Danke sagen. Dass daraus so viele schöne Gespräche, neue Unterstützung und sogar zwei Moderations-Comebacks entstanden sind, freut mich besonders», zog Balsiger Bilanz. «Der Abend hat gezeigt, dass Spitalradio LuZ nicht einfach 35 Jahre Geschichte hinter sich hat. Spitalradio LuZ lebt – und wir haben noch einiges vor.»

Und so endete der Jubiläums-Apéro zwar irgendwann am Abend, die Geschichte von Spitalradio LuZ aber ganz offensichtlich nicht. Im Gegenteil: Wenn ehemalige Moderatoren nach Jahrzehnten wieder Lust aufs Mikrofon bekommen, neue Sponsoren dazukommen und alte Weggefährten noch immer gerne vorbeischauen, dann darf man sich auf das nächste Kapitel durchaus freuen.

Die Highlights, Gespräche und Stimmen des Jubiläums-Abends gibt es im Anschluss an diesen Beitrag nochmals zum Nachhören.


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