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30 Jahre und kein bisschen müde

Beitrag des Luzerner Kantonsspital

Seit 30 Jahren unterhält das Spitalradio des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende mit moderierten Sendungen und einem grossen Non-Stop-Musikrepertoire. Nicht nur in der Studiotechnik, auch bei den Empfangsmöglichkeiten hat sich in den Jahren einiges geändert. Eines blieb: Motivierte Macher zu finden, ist auch im Jubiläumsjahr nicht schwierig.

«Vor zehn Jahren hätte ich unsere Situation nicht so positiv umschrieben, wie ich sie heute sehe: Wir arbeiten auf einem sehr soliden Fundament, haben mehr als genug Freiwillige, die mit Spass arbeiten, und wir können seit Jahren ohne Schwierigkeiten alle Sendungen besetzen.» Es sprudelt so richtig bei Andreas Balsiger, wenn er ins Erzählen kommt. Seit 1999 präsidiert er den Verein Spitalradio LuZ. Knapp zehn Jahre früher, am 23. Dezember 1990, ging das Spitalradio erstmals auf Sendung. Die Zeitungen sind da, der zuständige Regierungsrat – und weil das Schweizer Fernsehen nicht zum Sendestart um 13.52 Uhr in der Eingangshalle des Kantonsspitals anwesend sein kann, wird dieser für die abendliche Tagesschau wiederholt.

 

Das geht nicht mit Heimgeräten, dafür brauchen wir professionelle Technik, denn diese wird sehr beansprucht.

Andreas Balsiger, Präsident Verein Spitalradio

 

Heute ist «alles» anders als damals: Keine Schallplatten und CDs mehr, die 25’000 Musiktitel sind digital gespeichert. Das moderne Studio ist im Personalhaus untergebracht. Das Spitalradio sendet an 365 Tagen während 24 Stunden. «Das geht nicht mit Heimgeräten, dafür brauchen wir professionelle Technik, denn diese wird sehr beansprucht», sagt Balsiger bei einem Besuch im kleinen weihnächtlich geschmückten Studio. Rund zwölf Stunden pro Woche wird live moderiert.

Gefragt sind nicht DJs

Ein Dutzend Freiwillige sind regelmässig auf Sendung, der Jüngste gerade 20 Jahre alt, der Älteste über 70. Er darf seine Ländlersendung noch analog auf Spulentonbändern aufzeichnen. Wer am Spitalradio arbeiten will, muss wissen, dass er nichts verdient und nicht einfach DJ spielen kann. «Wir haben ein Musikkonzept, an das sich alle halten müssen, und wir erwarten von allen mindestens eine moderierte Sendung von einer Stunde pro Monat.» Dazu komme noch das Doppelte oder Dreifache an Vorbereitungszeit. Die Musik ist breit gefächert: Schlager, Oldies, Country, aktuelle Popsongs. Pro Woche werden 40 bis 50 neue Titel eingespielt. «Wir spielen Hits oft früher als professionelle Radios», berichtet Balsiger stolz.

Spitalleitung steht hinter dem Radio

Ein Zeichen, dass Radio LuZ wahrgenommen wird, auch wenn die Redaktion die Hörerzahlen nicht kennt. «Diese Erhebung liegt finanziell nicht drin», sagt Andreas Balsiger. Gönner, Werber, Sendungssponsoren und der Grundbeitrag des LUKS finanzieren das bescheidene Jahresbudget des neben Frauenfeld und Winterthur einzigen Spitalradios der Schweiz. «Wir haben auch immer wieder Rückmeldungen und Lob für das gute Non-Stop-Programm.» Und auch die Unterstützung der Spitalleitung ist den Radioleuten gewiss. Dazu hat Balsiger ein Tondokument schnell zur Hand, auf welchem CEO/Direktor Benno Fuchs zum 25-Jahr-Jubiläum sagte: «Wir möchten nie ohne Spitalradio LuZ sein. Wir schätzen diese Arbeit sehr und werden sie auch in Zukunft unterstützen.»

 

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Viele Namen früherer LuZ-Moderatoren hört man heute auf nationalen oder privaten Medien in der ganzen Schweiz, etwa den LuZerner Marco Thomann (SRF 3),  Philippe Lustenberger (Central), Thomas Zesiger (Pilatus), Dario Pelosi (SRF-Wirtschaftsredaktor), Nicole Simmen (Produzentin für Röbi Koller) oder Christina Lang (SRF 1). Nicht alle sind so lange dabei wie Balsiger. Ermüdungserscheinungen? «Bei mir sicher nicht.» Der nebenamtliche Moderator von Radio Sunshine ist auch am LuZ-Mikrofon regelmässig Mikrofon zu hören. Die Faszination begann 1993 mit einem kleinen Hinweis in der damaligen Tageszeitung LNN, man suche Moderatoren fürs Spitalradio.

Keine Gäste und keine Jubiläumsfeier

Corona hat auch Radio LuZ einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht: Doppelmoderationen im engen Studio fielen, das grosse Jubiläum und der traditionelle Spitalradiotag unter Federführung des LuZ auf der Rigi mit vielen Gästen auch aus deutschen Spitälern ebenfalls. Sitzungen und die Vereines-GV fanden online statt, das übliche Weihnachtsprogramm mit Live-Gästen im Restaurant Feingut muss ausfallen. Musiker wie Philipp Fankhauser, Sina oder Betty Legler waren schon mit dabei oder der frühere Tagesschausprecher Heinrich  Müller. Nun hofft Balsiger, dass sich der Alltag 2021 wieder normalisiert und ein Teil des Jubiläums nachgefeiert werden kann. Einen Grund gibt es ja noch: Nach dem Radio wird nächstes Jahr auch der Verein 30 Jahre alt.

 

Wichtige Eckpunkte in der Geschichte des Spitalradios

  • 1990: Am 1. Oktober wird an einem Workshop von Radio DRS 3 die Idee für ein Sptialradio geboren. Im Dezember laufen Vorbereitungen für den Sendebetrieb an, die Direktion genehmigt ein zehntägiges Pilotprojekt und am 23. geht Radio LuZ auf Sendung.
  • 1991: Am 1. Oktober wird der Verein Radio LuZ gegründet. 20 junge Leute zwischen 17 und 28 Jahren wollen damit den Patientinnen und Patienten ein selber produziertes Programm bieten.
  • 2002: Es wird Geld gesammelt für eine neue Studiotechnik. Nötig sind 250’000 Franken. So viel kommt dann nicht zusammen.
  • 2005: Im Dezember machen Thomas Bucheli und sein Meteo-Team vom Schweizer Fernsehen das Festtagsprogramm.
  • 2007: Radio LuZ organisiert den ersten Spitalradiotag mit 35 Teilnehmern.
  • 2008: Radio LuZ zieht an den heutigen Standort im Personalwohnhaus 2.
  • 2016: Nun werden die Sendungen auch übers Internet verbreitet.
  • 2020: Spitalradio LuZ sendet auf DAB+ in der Zentralschweiz

Der besondere Wochenhit

Ein Tipp der Woche blieb Andreas Balsiger besonders in Erinnerung: Als er 2019 «Dance Monkey» der australischen Sängerin «Tones and I» erstmals hörte, witterte er Hitpotenzial und machte daraus einen Wochentipp. «Weil die Frau noch unbekannt war, musste ich mir die wenigen Infos über sie ab englischsprachigen Internetseiten selber übersetzen.» Das habe bald einmal zu 200 Zugriffen pro Tag auf diesen Online-Artikel geführt – bis zu 10’000 Mal sei sein Beitrag dazu schliesslich gelesen worden. Und das Stück wurde zum Hit.

Infos zu den Empfangsmöglichkeiten

Spitalradio LuZ ist im Spital auf dem internen Kabelnetz auf 104.7 MHZ zu empfangen, auf Telefonrundspruch Kanal 1, auf einer eigenen App auf dem Handy, via Internet auf der eigenen Webseite radioluz.ch oder auf Streamingdiensten wie TuneIn, Swissinternetradios, Radio CH oder Radio Box. Schliesslich können auch Kunden von Quickline und Swisscom TV das Programm hören. In Luzern, Zug und Nidwalden ist das Signal auch auf DAB+ empfangbar und schliesslich auf dem UPC-Kabelnetz.


Quelle: LUKS

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